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Nach einigem Diskutieren hab ich mich letzte Woche also doch mit Claudia getroffen. Ich war da ja sehr skeptisch, weil ich schon einige suboptmale Erfahrungen mit Realtreffen von Netzbekannten gemacht habe, und ich hatte so ein Gefühl, als würde das mit uns beiden nicht gutgehen. Interessanterweise war es dann aber doch ein schöner Abend. Was soll ich daraus lernen? Daß ich häufiger auf meine Gefühle pfeifen soll? Oder daß ich öfters mal einen Sprung ins kalte Wasser wagen sollte? Vielleicht sollte ich auch einfach gar keine Konsequenzen daraus ziehen, sondern einfach hinnehmen, daß es ein schöner Abend war und mich darüber freuen.

Gestern Abend hab ich mir einige Gedanken zum Thema Hoffnung gemacht. Was ist Hoffnung eigentlich genau? Für mich ist es die größte Motivationsquelle der Menschheit. Menschen tun fast alles, was sie tun, aus einem Grund, aus einem Antrieb heraus, und sehr oft ist dieser Grund, daß sie auf etwas hoffen. Auf Geld zum Beispiel, auf religiöse Erlösung bzw. Erleuchtung, auf Zweisamkeit - die Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen. Man könnte also sagen, daß Hoffnung der Katalysator zwischen Traum und Realität ist. Um sich seine Träume zu erfüllen, braucht man Hoffnung, doch die Hoffnung wird dabei nicht verbraucht - zumindest dann nicht, wenn das Vorhaben des Traum-Realisierens gelingt. Dann steigt die Hoffnung als Solche sogar. Anders ist es hingegen, wenn sich ein Traum nicht in die Realität umsetzen läßt; und wenn ein Traum gar wie eine Seifenblase zerplatzt und man ungebremst und frontal auf die Realität knallt, dann ist es die Hoffnung, die mit massiven Kollateralschäden rechnen muß. Und da kommen wir nämlich zur Kehrseite der Medaille. Hoffnung ist auch ein Quell unsagbar großen Leides. Je höher man auf der Woge der Hoffnung reitet, desto tiefer kann man fallen, denn Hoffnung ist sehr instabil und verletzlich, und dann gibt es nichts, was einen noch auffangen würde. Hoffnung ansich ist also ein Paradoxon, ein Spender großer Kraft und großen Leids. Und je größer die Kraft ist, die daraus entsteht, umso größer ist das potentielle Leid, das sich gleichzeitig aufbaut.

Ich? Ich habe im Moment keine Hoffnung - und damit auch keine Kraft. Ich habe versucht, sie aufzubauen, und es geht irgendwie nicht, da ist nur Leere, als wäre kein Sprit mehr im Tank oder als würde der Motor nicht anspringen. Fragt sich nur, wie man diesen Motor wieder zum Laufen kriegen kann. Aber will ich das eigentlich? Muß das überhaupt sein? Oder kneife ich vor der unsichtbaren Bedrohung des Leids, die sich drohend im Schatten der Hoffnung verbirgt? Aber ist Hoffnung nicht auch gleichzeitig der Ausweg aus der Dunkelheit des Leids, gleich einem Lichtstrahl?


Heute ist mir noch etwas interessantes aufgegangen, nämlich, daß es sehr wichtig ist, wie man Menschen kennenlernt. Ich glaube sogar, daß es oftmals wichtiger ist, WIE man jemanden kennenlernt, anstatt, WEN man kennenlernt. Begegnet man sich aus dem richtigen Winkel, so ist das ursprüngliche Bild des Gegenübers so positiv, daß man vieles anderes nachsieht. Eigentlich kann man sogar von einem verzerrten Bild sprechen. Damit einhergehend glaube ich, daß ich eine Tendenz dazu habe, immer uninteressanter zu werden, je besser man mich kennenlernt, das habe ich schon bei mehreren Leuten erlebt. Wenn ich also jemanden aus dem richtigen Winkel treffe, sollte ich vielleicht aufpassen, daß mich diese Person nicht zu gut kennenlernt, um sie nicht zu verschrecken.
2.3.06 21:02
 


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